Einheitspreisvertrag:

Der Einheitspreisvertrag ist eine Vertragsart, bei der die Vergütung durch die Einheitspreise ermittelt wird. Im Gegensatz dazu ist der Pauschalpreisvertrag eine Vertragsart, bei dem die Parteien des Vertrages einen pauschalen Zahlungsbetrag definieren. Dieser umfasst sämtlichen Aufwand sowie sämtliche Leistungen, die erforderlich sind, um den vertraglich vereinbarten und geschuldeten Erfolg zu erzielen.

Der Einheitspreisvertrag hingegen kann nach Fertigstellung der Leistungen durch das Aufmaß ermittelt werden. Die Parteien stellen daher nach Fertigstellung der Werkleistung fest, welche Menge erbracht wurde. Grundsätzlich verhält es sich bei einem Einheitspreisvertrag so, dass der Unternehmer im Rahmen seines Angebots Einheitspreise und veranschlagte bzw. voraussichtlich erforderliche Mengen definiert. Nach Abschluss der Leistungen werden die tatsächlich aufgewendeten Mengen durch das Aufmaß festgehalten und mit dem vereinbarten Einheitspreis multipliziert. Die Summe ergibt den entsprechenden Zahlungsbetrag.

Bei einem Einheitspreisvertrag richtet sich daher die Vergütung nach der tatsächlich erbrachten Leistungsmengen. In den meisten Fällen ist ein sogenanntes Leistungsverzeichnis Vertragsbestandteil, aus dem die jeweiligen Mengen ersichtlich werden:

– Tiefbau und Erdarbeiten: xx,xx cbm
– Mauerwerk und Trockenbau: xx.xx qm
– Elektrik / Verkabelung: xx,xx m

Die Einheitspreise decken grundsätzlich die gesamten Leistungsbereiche ab, sodass beispielsweise im Bereich Erdarbeiten und Tiefbau durch die angesetzten Einheitspreise und die tatsächlich festgestellten Aushubmengen ein Gesamtpreis entsteht, der alle erforderlichen Leistungen des Unternehmers abdeckt. Sollten sich die im Vertrag bzw. Leistungsverzeichnis veranschlagten Mengen bereits bei Leistungserbringung verändern oder erhebliche Abweichungen festgestellt werden, so hat der Unternehmer den Auftraggeber hierüber unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Damit der Unternehmer diesbezüglich Preiserhöhungen wirksam durchsetzen kann, hat er den Auftraggeber rechtzeitig zu informieren. Die Parteien haben einen Nachtrag hierüber zu erstellen, der den entsprechenden Mehraufwand regelt.

Der Einheitspreisvertrag stellt die Regel dar, sodass dieser grundsätzlich zur Anwendung kommt, es sei denn die Parteien haben einen Pauschalpreisvertrag oder einen Vertrag nach Stundenlohn vereinbart. Sollte keine besondere Vereinbarung vorliegen, so gilt der Einheitspreisvertrag.