Gefahrtragung:

Gefahrtragung bedeutet nach § 644 BGB im Werkvertragsrecht das Risiko des Unternehmers, die von ihm erbrachte Werkleistung mangelfrei an den Auftraggeber zu übergeben. Der Unternehmer trägt somit die Gefahr bzw. das Riskio, dass an seiner Werkleistung Schäden oder Verschlechterungen entstehen. Diese können jeglicher Art sein: Höhere Gewalt durch Natureinflüsse oder Feuer, mutwillige Beschädigung durch Menschenhand oder Verschleiß. Dieser Zustand besteht bis zur Abnahme der Werkleistung durch den Auftraggeber. Erst bei der Abnahme geht diese Gefahr auf den Besteller über (=Gefahrübergang). Verweigert dieser jedoch die geplante Abnahme oder gerät anderweitig in Verzug, so geht die Gefahrtragung dennoch auf ihn über.

Im Kaufrecht hingegen ist der Gefahrübergang der Zeitpunkt, an dem die Kaufsache vom Verkäufer an den Käufer übergeben wird. Beim Versand der Ware liegt besispielsweise die Gefahrtragung beim Verkäufer, bis diese unbeschadet beim Käufer eingetroffen ist und dieser die Ware annimmt. Dies ist dann der Zeitpunkt des Gefahrüberganges. Hat der Empfänger eine Ware unbeschädigt vom Zusteller angenommen (Empfangsbestätigung per Unterschrift) und lässt diese wenige Sekunden später fallen und die Ware geht zu Bruch, so lag die Gefahrtragung bei ihm allein und es bestehen keinerlei Ansprüche auf Schadensersatz gegen den den Verkäufer.

Die Gefahrtragung hängt damit maßgeblich vom Gefahrübergang ab. Der Gefahrübergang ist stets der Zeitpunkt, an dem die Gefahr auf den Vertragspartner übergeht.