Grillen auf dem Balkon:

Nach einem Urteil des BGH vom 12.07.1985 (V ZR 172/84) hat jeder Mensch innerhalb seiner Wohnung und den angrenzenden Bereichen, wie Balkon, Garten, etc. ein Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Somit sind Aktivitäten wie z.B. das Grillen, Rauchen oder Sonnenbaden grundsätzlich nicht verboten.

In dem Moment, in dem sich ein Nachbar in seinen Freiräumen und Persönlichkeitsrechten wiederum gestört und eingeschränkt fühlt, stößt oben benanntes Urteil jedoch an seine Grenzen.
Durch Beeinträchtigungen, die jedoch nachweisbar sein müssen, entstehen ihm Ansprüche auf Unterlassungen durch die Nachbarschaft (BGH, Urteil v. 22.02.1991, V ZR 308/89).

Zur Beantwortung der Frage, ob das Grillen auf dem Balkon erlaubt ist, hilft meist ein Blick in den Mietvertrag bzw. in die Hausordnung. Wird hier das Grillen ausdrücklich verboten, muss man sich auch daran halten. Bei Missachtung drohen rechtliche Konsequenzen.
Ist kein generelles Grillverbot im Mietvertrag bestimmt, gilt es trotzdem, die Interessen der anderen Mieter nicht zu beeinträchtigen. Hier gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Für das Grillen auf Balkonen empfiehlt es sich daher einen Gasgrill oder Elektrogrill zu verwenden und auf den Einsatz von Holzkohle oder Grillbriketts zu verzichten.

Zum Thema „Grillen auf dem Balkon“ existieren unterschiedlichste Gerichtsurteile, die das Grillen nur unter bestimmten Voraussetzungen erlauben, oder sogar auf wenige Male im Jahr beschränken. Im Falle eines Rechtsstreits ist es jedoch tatsächlich eine Einzelfallentscheidung unter Berücksichtigung aller vorhandenen Aspekte und Ansichten.