Haftung Bauunternehmer:

Der Unternehmer haftet für seine Tätigkeiten und Mitarbeiter auf der Baustelle bis zur Bauabnahme. Er haftet auch für Mängel, die durch ihn beauftrage Subunternehmer verursacht haben.

Der Bauunternehmer haftet für seine gesamte erbrachte Bauleistung. Während der Bauausführung (Erfüllungsphase) haftet der Bauunternehmer für die Güte seiner Werkleistung, er hat die Gefahrtragung bis zur Bauabnahme.

Ab der Bauabnahme beginnt die Gewährleistungsphase zu laufen. Diese beträgt bei Arbeiten an einem Bauwerk fünf Jahre, sofern die Parteien die Regelungen des BGB vereinbart haben. Bei Vereinbarung der Vorschriften der VOB/B beträgt die Gewährleistungsphase vier Jahre.

Unabhängig davon trägt der Bauunternehmer die Haftung während der Gewährleistungszeit für auftretende Mängel. Nach Ablauf der Gewährleistungsfrist wird der Bauunternehmer aus seiner Haftung entlassen, der Bauherr hat sodann für die entstandenen Schäden und Mängel eigenständig aufzukommen.

Dem Bauherrn ist zu raten, rechtzeitig vor Ablauf der Gewährleistungsfrist eine entsprechende Begutachtung des Objekts bzw. der Bauleistungen vorzunehmen, um diese unter Umständen noch während der Gewährleistungszeit gegenüber dem Bauunternehmer geltend zu machen. Je nach Umfang und Komplexität des Bauverfahrens empfehlen wir, zumindest sechs Monate vor Ablauf der Gewährleistungszeit tätig zu werden. Der Bauherr sollte konkret mit einem Sachverständigen die Begutachtung kritischer Bereiche vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Bauherr noch die Möglichkeit, durch Einleitung entsprechender Maßnahmen die Gewährleistungsfrist zu hemmen.

Hierbei gilt zu beachten: Nach § 13 Abs. 5 VOB/B genügt bei einem VOB-Vertrag eine bloße schriftliche Rüge, um die Gewährleistungsfrist zu unterbrechen. Im Gegensatz hierzu ist dies bei einem BGB-Vertrag nicht der Fall. Hier genügt eine schriftliche Mängelrüge nicht, der Bauherr ist vielmehr verpflichtet, die Mängel durch ein selbstständiges Beweisverfahren festhalten zu lassen.