Minderung:

Die Minderung ist ein zivilrechtlicher Anspruch, der sich aus dem Bereich der Gewährleistung gibt. Konkret handelt es sich hierbei um die Reduzierung einer vertraglich vereinbarten Geldsumme (Kaufpreis, Miete oder Werklohn) aufgrund von Mängeln oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung.

Mietrecht

Im Rahmen eines Mietverhältnisses ist das Recht der Minderung bereits gesetzlich verankert. Die Rechtsfolgen der Minderung ergeben sich daher bereits aus dem Gesetz: Der Mieter muss die Mietminderung nicht gesondert geltend machen, sondern ist bereits Kraft Gesetzes berechtigt, die Miete bei Vorliegen eines Mietmangels entsprechend zu mindern.

Kaufrecht / Werkvertragsrecht

Im Kaufrecht sowie im Werkvertragsrecht stellt die Minderung eine Handlungsoption dar, die der Vertragspartner ausdrücklich durchsetzen muss. Hier gilt die Minderung Kraft Gesetzes nicht. Letztendlich ist die Minderung in diesen beiden Rechtsbereichen ein Gewährleistungsrecht zugunsten des Käufers bzw. des Auftraggebers. Sollte sich ein Mangel ergeben oder die erbrachte Leistung mangelhaft sein (aus welchen Gründen auch immer), so steht dem Käufer aus dem Kaufvertrag nach § 441 BGB bzw. dem Auftraggeber aus einem Bauvertrag nach § 634 Nr. 3 BGB das Recht zu, den vereinbarten Preis zu mindern.